1996 Planungen für die neue Nutzung
Da die kurzzeitigen Nutzungen für Veranstaltungen die Gasometer weder auslasteten noch einen langfristigen kostendeckenden Betrieb ermöglichte, entschloss man sich andere Nutzungsvarianten zu suchen. Die zukünftige Nutzung der Industriedenkmäler wurde ausführlich und intensiv diskutiert. Viele unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten wurden mit potentiellen Investoren überlegt. Die Pläne reichten von einem Hotel über eine Indoor-Skihalle, einem Messegelände, die Unterbringung des Guggenheim-Museums bis zu Kletterwänden und Schwimmhallen.

Die Stadt Wien entschied 1996, ein Projekt mit Schwerpunkt Wohnen in Angriff zu nehmen. Nach einem zweistufigen Gutachterverfahren wurde das Projekt an drei Bauträger vergeben: an die SEG (Stadterneuerungs- und Eigentumswohnungsges.m.b.H.), GPA (Wohnbauvereinigung für Privatangestellte Gemeinnützige GmbH), GESIBA (Gemeinnützige Siedlungs- und Bauaktiengesellschaft). Diese Bauträger erarbeiteten in der Folge aufgrund von Planungen der Architektenbüros AJN-Jean Nouvel, Paris, Coop-Himmelb(l)au (Prof. Wolf D. Prix & Arch. Helmut Swiczinsky + Partner), Manfred Wehdorn und Wilhelm Holzbauer aus Wien ein neues Gesamtprojekt aus. Der Gasometer D wurde als freier Wettbewerb gestaltet, zu dem auch Architekt Gustav Peichl zusammen mit Rudolf F. Weber sowie auch Hermann und Valentiny Revitalisierungsvorschläge lieferten. Jedoch entschloss man sich für Wilhelm Holzbauer.
Das Gesamtprojekt baut auf einer Studie des Büros Architekt Manfred Wehdorn aus dem Jahre 1989 auf, mit dem – in Abstimmung mit dem Wiener Wirtschaftsförderungsfonds und dem Creditanstalt-Bankverein – erstmals die technische Machbarkeit einer Fremdnutzung unter Beweis gestellt worden war.
Auslöser für die Nutzungsüberlegungen war die Erschließung der Gasometer durch die 2. Ausbaustufe der Wiener U-Bahn mit der Linie U3, die Ende 2000 bis Simmering ihren Betrieb aufnahm sowie die Stadterweiterung im Erdberger Mais und dem heutigen Gasometer-Südumfeld, welches damals ein gemischtes Gebiet aus Gärtnereien, Brachland, Gewerbe- und leichter Industrie bestand.
Geschichte der Gasometer











