Die Gaserzeugungsanlage von Josef Johann Prechtl
Der Aufbau
Die erste größere gastechnische Erzeugungsanlage baute Josef Johann Prechtl, Direktor des Polytechnischen Institutes in Wien (heute Technische Universität am Karlsplatz). Die Anlage dimensionierte er vorerst für 120 Lichter mit folgendem Aufbau:
A ist der Ofen für die Gasretorten, in denen jede 30 bis 40 Pfund Steinkohle fasste. Durch Kupferrohre wurde das Gas in das aus Eichenholz angefertigte Teerfaß B geleitet, das Wasser enthielt durch welches die Gase streichen ("durchblubbern") mussten. C ist ebenfalls ein Teerfass welches mit einem vielfach gewundenen Bleirohr zur Abkühlung des Gases (Kondensor) mit dem anderen Teerfass verbunden ist. D ist die mit Kalkmilch (gelöschter Kalk Ca(OH)2 in Wasser) efüllte Gasreinigung (Kalkmaschine). Die Gasreinigung durch die basische Kalkmilch entzog dem Gas die sauren Bestandteile, die mit Kondenswasser die Korrosion der Eisenrohre verursachen
Der Gasbehälter G speicherte das Gas. Am Gasoskop (Gasometer) E konnte man den Füllstand des Gasbehälters ablesen.
Mit dieser Anlage konnten 220 Kubikmeter Gas aus einer Tonne Steinkohle gewonnen werden.
Diese Anlage von Prechtl bildet die Basis eines Gaswerkes, welches aus der Trockendestillation (Entgasung) von Steinkohle das Kohlegas (Leuchtgas) gewinnt. Die Gaswerke wurden dann um weitere Bestandteile wie Exhaustoren, Ammoniakabscheider, Schwefelreiniger u.v.m. erweitert.

