Ammoniakwaschung des Gases
Das Steinkohlengas enthält nachdem es die Kühlanlage und den Teerscheider passiert hat, noch eine ganze Reihe von Verunreinigungen, welche sich nur auf chemischen Wege entfernen lassen. Dabei handelt es sich um:
- Kohlensäure
- Schwefelwasserstoffe
- Ammoniak
- Cyan
Jene Stoffe werden mithilfe der nassen Reinigung aufgrund der großen Absorptionsfähigkeit des Wassers aus dem Gas entfernt. Dabei bilden sich
CO2 + 2 NH3 + H2O → (NH4)2CO3 kohlensäurehältiges Ammon
CO2 + 1 NH3 + H2O → NH4HCO3 doppelkohlensaures Ammon
H2S + 2 NH3 → (NH4)2S Schwefelammon
H2S + 1 NH3 → NH4HS Ammoniumsulfhydrat
Um dem Gas die Schädlichkeit zu nehmen, ist es nun notwendig den Schwefel aus dem Gas durch freie Metalloxyde restlos zu entfernen. Für die Reinigung verwendet man Eisenoxydhydrat Fe2 (OH)6, bei dessen Reaktion mit dem Gas Schwefeleisen und Wasser entsteht.
Fe2(OH)6 + 3 H2O + 3 O → Fe2(OH)6 + 3 S
Als Nebenprodukt entstehen hierbei Eisenoxydhydrat neue Nebenprodukte wie Cyanverbindungen, (Berliner Blau, Cyanammon), die in chemischen Fabriken zu gelben Blutaugensalz und Cyankalium weiterverarbeitet werden können.
Vorgang der Ammoniakwaschung
Standardwascher vom System Holmes schaffen ein dreifach besseres Ergebnis als Skrubber.
Das Gas wird durch ein System geleitet, in dem Scheiben rotieren Das Gas wird gezwungen die Scheiben von innen nach außen zu durchstreifen, wobei Wasser über die Scheiben von Kammer zu Kammer geleitet wird und den Ammoniak aus dem Gas aufnimmt. Die Scheiben sind je nach System aus Holz oder Bürsten (Bürstenwascher) gefertigt, um so dem Gas eine möglichst große Fläche an Wasser zum Entzug des Ammoniaks zu geben.

Skrubber
Für die Ammoniakwaschung benutzt man in der einfachsten Ausführung Skrubber. Das sind runde schmiedeiserne Blechzylinder. Innen werden sie mit porösen Materialien wie Koks oder Holzwolle angefüllt. Oben ist in dem Zylinder eine Berieselungsanlage montiert, die den Innenraum mit dem porösen Material gleichmäßig mit Wasser berieselt. Werden mehrere Skrubber verwendet, so nimmt man im ersten anstelle des Wassers schwaches Ammoniakwasser.

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